Torges Reisetagebuch
Kapitel 7
Es war schön, Wandsbek 💜

Veröffentlicht von Torge Krämer
In Kapitel 7 geht es ein letztes Mal nach Hamburg-Wandsbek. Zwischen Parkplatzsuche, Wiedererkennungsmomenten und Nachwuchsfragen zeigt sich: Manchmal wirken leise Begegnungen am stärksten und markieren doch erst den Anfang. 💜
Willkommen bei Apoanimo on Tour! 🚗
Moin Ihr lieben Apotheken-Menschen,
ein drittes und letztes Mal Wandsbek. Für viele einfach ein Hamburger Stadtteil, für mich jedoch irgendwie mehr. Ich habe hier gewohnt, gearbeitet, war oft unterwegs, stand in Pandemiezeiten sogar mit Schutzanzug hier in Testzentren. Ein Viertel, das mir vertraut ist. Und trotzdem habe ich es in den letzten Tagen wieder neu gesehen.
So ging es mir zum Beispiel mit dem Bramfelder See. Ein Ort, an dem ich nie war – bis jetzt. Und das, obwohl er nur ein paar Straßen entfernt liegt von Wegen, die ich schon häufig genutzt habe. Genau das hat mich berührt. Wie oft laufen wir im Alltag an Dingen vorbei, ohne sie wirklich zu bemerken? Es war ein stiller Moment, der mir gezeigt hat: Auch in scheinbar bekannten Umgebungen gibt es immer noch etwas zu entdecken, wenn man bereit ist, neu hinzuschauen.
Und ja, auch das gehört zur Wahrheit: Ich habe wahrscheinlich mehr Zeit damit verbracht, Parkplätze zu suchen, als in den Apotheken selbst. Hamburg kann da wirklich konsequent sein. Aber statt mich darüber zu ärgern, nehme ich es als Zeichen. Vielleicht ist es an der Zeit, etwas zu verändern. Vielleicht braucht mein Projekt ein neues Gefährt. Eins mit zwei Rädern, weniger Abgasen und mehr Flexibilität. Die Idee fühlt sich stimmig an. Noch ist nicht alles logistisch gelöst, aber angedacht ist es längst.
Alte Ecken neu entdecken ☀️
Wiedererkannt – ein kleiner Moment mit großer Wirkung 🔁
Einer der besonderen Momente dieser Runde: In einer Apotheke wurde ich wiedererkannt. Eine Mitarbeitende war am Vortag bereits bei einem meiner Besuche in einer anderen Apotheke anwesend, und wir mussten beide lachen. So ein typisches „Dich kenne ich doch“-Gefühl. Es war nur ein kurzer Augenblick, aber ein bedeutungsvoller.
Und ich frage mich: Wann kommt der Tag, an dem mich Menschen erkennen, ohne mich zuvor persönlich getroffen zu haben? Vielleicht dauert das noch. Vielleicht braucht es dafür erst mehr Sichtbarkeit online, auf Social Media oder in Gesprächen. Hier genau liegt momentan noch mein größter Pain-Point. Ich stehe nicht gern im Mittelpunkt, muss für dieses Projekt aber raus aus meiner Komfortzone. Also demnächst mal wirklich mit Social Media starten, um dem Projekt Apoanimo mehr Reichweite zu bieten.
Nachwuchsfragen und das Gefühl: Es braucht mehr als Werbung 🌱
Was mir in Wandsbek erneut begegnet ist: das Thema Nachwuchs. Viele Apotheken engagieren sich intensiv. Sie öffnen ihre Türen beim Zukunftstag, geben Einblicke in den Arbeitsalltag, begleiten Praktika und stehen jungen Menschen mit viel Herzblut zur Seite. Und doch spürt man: Selbst größtes Engagement vor Ort kann strukturelle Schwächen nicht allein auffangen.
Denn was wir brauchen, geht über Offenheit und Einsatzbereitschaft in der Apotheke hinaus. Es braucht politische Veränderungen. Die Tatsache, dass manche Berufe im sozialen Bereich weiterhin aus eigener Tasche finanziert werden müssen, wirkt aus der Zeit gefallen. Wenn wir junge Menschen wirklich für diese wichtigen Tätigkeiten gewinnen wollen, müssen wir Perspektiven eröffnen, statt Hürden in den Weg zu legen.
Und weil mich das Thema so beschäftigt, möchte ich Euch an dieser Stelle einladen:
👉 Steckt Ihr tiefer in dem Thema drin? Habt Ihr Ideen oder Erfahrungen, die Ihr teilen möchtet?
Dann meldet Euch gern für einen Austausch oder vielleicht sogar mit einem Beitrag für den Bereich Apothekenleben auf der Apoanimo-Website. Ich freue mich über jede Perspektive, die uns gemeinsam weiterbringt!
Call me maybe?📱
Ein Moment, der mich unerwartet innerlich grinsen ließ: In einer Apotheke fragte mich ein Teammitglied, für den Fall, dass es Rückfragen zum Projekt gibt, nach meiner Handynummer. Ich war kurz überrumpelt. Die Nummer gibt es natürlich, aber Visitenkarten mit Handynummer hatte ich bisher bewusst nicht drucken lassen. Also schaute ich sie kurzerhand in meinem eigenen Handy nach. Nicht gerade perfekt vorbereitet, aber trotzdem gelöst.
Falls Ihr ebenfalls den Wunsch habt, mich telefonisch zu kontaktieren: Schreibt mir gern über Instagram, Mail oder das Kontaktformular auf der Website. Dann bekommt Ihr die Nummer unkompliziert von mir. Ich freue mich auf den Austausch!
Ein Lächeln, das bleibt 😊
Einige Begegnungen dauerten nur Sekunden, andere blieben ein wenig länger. Fast alle nahmen die Tüte mit einem freundlichen Lächeln entgegen. Und genau dieses Lächeln ist das, was mich am meisten berührt.
Euer Lächeln ist meine Bezahlung.
Einmal wurde die Tüte auch abgelehnt. Das war neu, aber völlig in Ordnung. Es geht nicht um Zwang. Ich komme nicht, um etwas zu verkaufen. Ich komme, um etwas zu teilen. Und wenn das einmal nicht passt, dann war ich vielleicht einfach nur ein kurzer Impuls auf dem Weg zur Mittagspause.
Parkhaus-Selfie auf meiner Reise durch Eure Apotheken 🙂
Am Ende dieser Wandsbek-Runde bleibt bei mir vor allem ein Gefühl: Es bewegt sich etwas.
Nicht spektakulär. Nicht sofort sichtbar. Aber spürbar.
Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Kraft: leise wirken zu dürfen.
Nicht als Echo, sondern als Anfang.
🎶 Mein Song der Woche
Neben meiner Leidenschaft für Apotheken begleitet mich die Musik schon lange. Ich bin überzeugt, dass sie uns die Möglichkeit bietet, in andere Lebensrealitäten einzutauchen und neue Perspektiven zu gewinnen. Deshalb möchte ich Dir am Ende jedes Blogbeitrags einen Song vorstellen, der mich bewegt – sei es durch seinen Text, seine Geschichte oder einfach, weil er mich inspiriert.
Diese Woche: Bilder im Kopf von Sido 🎧
Wandsbek hat viele kleine Momente hinterlassen. Manche waren laut, andere ganz leise. Aber sie alle sind geblieben: als Bilder im Kopf.
Und genau so heißt auch mein Song der Woche.
Sido hat mich musikalisch schon früh begleitet. Einer, der aneckt. Der unbequem sein kann. Aber auch einer, der lernt, reflektiert und sich gerade macht.
Ich war vor 17 Jahren zum ersten Mal auf einem seiner Konzerte. Seitdem habe ich keine Tour mehr ausgelassen. Und dieses Jahr steht die Jubiläums-Tour „25 Jahre Sido“ an. Wahnsinn.
Früher war seine Musik provokanter und nicht alle in meinem Umfeld konnten oder wollten das verstehen. Aber das hat mich nie abgehalten. Vielleicht gerade deshalb nicht.
Seine Songs wurden im Laufe der Jahre immer persönlicher. Das letzte Album trägt sogar seinen Vornamen: Paul.
Und auch „Bilder im Kopf“ ist für mich einer dieser Songs, die tiefer gehen, weil sie ehrlich sind.
Sido erzählt darin von seinen Erinnerungen, von Lebensstationen, die ihn geprägt haben. Von den Schönen und den Schwierigen. Und ich fühle das sehr.
Denn wer viel erlebt, trägt auch viele Bilder mit sich herum. Manche sind glasklar, andere eher verschwommen. Aber sie alle bleiben.
Und das sind Dinge, die mir niemand nehmen kann. Ganz egal, was im Außen passiert.
Ich habe nie viele Fotos gemacht. Vielleicht, weil ich selten im Mittelpunkt stehen wollte. Oder weil ich lieber im Moment war.
Deshalb sind meine Erinnerungen heute nicht auf einer Festplatte gespeichert, sondern in mir.
Sie sind die Essenz aus einer spaßigen Schulzeit mit Freund:innen, aus Begegnungen, Beziehungen, verrückten Feiern, beruflichen Experimenten und persönlichen Herausforderungen.
Und ja, einige dieser Bilder stammen auch von genau hier: aus Wandsbek.
Was mich an Sido besonders beeindruckt: Er zeigt, dass Entwicklung möglich ist. Dass auch laute Typen leise Tiefe haben.
Und dass Musik mehr sein kann als Unterhaltung. Nämlich ein Zugang zu Welten, die uns sonst vielleicht verschlossen bleiben.
Wer ihn einfach nur in eine Schublade steckt, hat ihn nie wirklich gehört. Oder nie wirklich zuhören wollen. Für mich ist er ein Künstler, von dem ich viel lernen durfte. Und die Erlebnisse der Touren, trage ich mit Freude als Bilder in meinem Kopf.
📌 Wenn Du magst, kannst Du hier in den Song reinhören:
🎧 Falls Du den Song gehört hast, lass mich wissen, was Du davon hältst! 💬 Was sind Deine Bilder im Kopf? Wie ist Deine Geschichte?
Teile sie gern in den Kommentaren oder schreib mir. Ich bin gespannt auf Deine Erinnerungen. 😊
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Euer Torge 💜
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