Torges Reisetagebuch
Kapitel 11
Chemnitz & die Lektion der Tiefe 💜

Veröffentlicht von Torge Krämer
Ich wollte noch schnell ein paar Apotheken in Chemnitz besuchen und merkte zu spät, wie wenig ich wirklich anwesend war.
Was passiert, wenn ein Herzensprojekt plötzlich den Spiegel vorhält?
Dieses Kapitel erzählt keine Geschichte über Fahrerlebnisse, Natur oder meine Apotheken-Impressionen, sondern über die Erkenntnis, dass echte Tiefe mehr verlangt als Tempo. 💜
Willkommen bei Apoanimo on Tour! 🚗
Moin Ihr lieben Apotheken-Menschen,
ich war in Chemnitz für einen kurzen Besuch. Eigentlich nur ein einziger Tag vor meiner Abreise.
Und am Ende: eine Lehrstunde. Nicht über die Stadt, sondern über mich. Über meine Haltung. Über das, was ich mit Apoanimo wirklich erreichen will. Und was nicht.
Meine Zeit in Sachsen ging zu Ende, aber ich hatte noch einen Tag die Wohnung. Die anderen Landkreise hatten schon viel Raum bekommen und so dachte ich: „Komm, hol raus, was geht. Noch ein paar Apotheken, bevor es nach Hause Richtung Sommer geht.“
Und genau da lag der Fehler.
Zwischen Straßen, Stationen und der Frage nach dem Warum 🚶♂️
Ich bin durch Chemnitz gehetzt. Nicht planlos, aber ziellos im tieferen Sinne.
Mein Fokus lag auf unüberlegter Effizienz. Auf der Anzahl. Auf noch nicht angebrachte Sichtbarkeit.
Die Begegnungen in den Apotheken waren freundlich, aber kurz.
Die Begegnung mit der Stadt: im besten Fall oberflächlich.
Ich habe nicht wirklich hingesehen. Nicht zugehört. Vor allem aber: Ich war innerlich nicht offen. Ein Teil von mir war längst im Aufbruch.
Ich verspürte den Wunsch nach meiner vertrauten Umgebung.
KPI vs. Kultur 📊
Wenn ich nur auf die Anzahl der Apotheken blicke, die ich besucht habe, war der Tag erfolgreich.
Aber ganz ehrlich? Es fühlte sich an wie Abarbeiten ohne vernünftig verarbeiten zu können.
Wie Liste statt Leben. Wie Anzahl statt echten Einblick. Und genau das ist nicht Apoanimo. Ihr seid für mich mehr als Zahlen oder eine Liste! Das war Euch und somit dem Projekt nicht würdig und falsch von mir.
Ich möchte ein Projekt mit Euch aufbauen, das bewegt. Das Kulturen begreift. Das Wandel ermöglicht und zwar durch Präsenz & Verständnis, nicht durch Tempo.
Schlussendlich bin ich Euch, dem Projekt, mir selbst und der Stadt Chemnitz nicht gerecht geworden.
Chemnitz war ein Spiegel, aber kein Fenster 🪞
Generell habe ich Lust auf Chemnitz. Eine völlig neue Stadt für mich. Inzwischen sogar eine Kulturhauptstadt, der einige Klischees anhängen, die es zu untersuchen gilt.
Aber ich habe das alles nicht weitergehend hinterfragt. Ich habe es in mir stehen lassen. Unkommentiert.
Ich weiß heute nicht viel mehr über Chemnitz als vorher. Aber ich weiß mehr über mich. Über meine blinden Flecken. Über meine Widersprüche.
Und vielleicht liegt genau darin die wahre Erkenntnis dieses Tages:
Dass Tiefe nicht nur eine Frage der Umgebung ist, sondern vor allem eine Frage der inneren Haltung.
Diese Aufnahme aus Chemnitz zeigt recht gut meine oberflächliche Wahrnehmung, die ich von der Stadt gesammelt habe. Aber ich bin mir sicher: Chemnitz hat viel mehr zu bieten als die vielen Blocks.
Ein Déjà-vu aus dem ersten Studium 📚
Es fühlte sich ein wenig an wie damals im ersten Studium:
Vorlesungen besucht, nicht wirklich zugehört, Skript am Abend vor der Prüfung überflogen und irgendwie durchgekommen, aber nichts nachhaltig verstanden.
So ging es mir mit Chemnitz.
Ich war physisch anwesend. Ich habe „etwas gemacht“. Aber ich habe es nicht durchdrungen. Und schlimmer noch: Habe ich in den Apotheken genügend Raum gelassen für Nachfragen? Habe ich wirklich zugehört?
Ich weiß es nicht. Und das ist nicht das, was ich will.
Echte Tiefe braucht mehr als einen schnellen Plan 🧠
Wirkliche Veränderung entsteht nicht durch unbedachten Aktionismus.
Nicht durch vollgepackte To-Do-Listen oder clever getaktete Touren.
Sondern durch Zeit. Durch das Zulassen von Komplexität. Durch ehrliche Auseinandersetzung mit anderen und mit sich selbst.
Ich hätte Euch einen glatten Text über Chemnitz schreiben können. Emotional, atmosphärisch, mit ein paar aufgeladenen Momenten. Aber das wäre nicht ehrlich gewesen. Und nicht hilfreich.
Denn was ich mit Apoanimo suche, ist keine Imagepolitur oder Darstellung meiner Person. Sondern Echtheit und Wirksamkeit.
Und dafür braucht es mehr.
Ich komme wieder und dann anders 🗺️
Ich möchte Chemnitz nicht auf diesen einen Tag reduzieren. Ich will auch nicht so tun, als hätte ich die Stadt schon ansatzweise verstanden. Denn das habe ich nicht. Ich habe Chemnitz zu schnell, zu zweckgebunden, zu oberflächlich besucht.
Ich will wiederkommen. Mit mehr Zeit. Mit mehr Offenheit. Mit weniger Zielen und dafür mehr Fragen.
Wenn Ihr Tipps habt, welche Ecken, Viertel oder Perspektiven mir helfen könnten, Chemnitz wirklich kennenzulernen, gebt mir sehr gerne Bescheid. Ich freue mich auf Geschichten, auf Gespräche und auf alle möglichen Zwischenräume.
Denn das ist es, was ich suche. Nicht nur in Chemnitz, sondern in allem, was ich mit Apoanimo vorhabe:
- Tiefe statt Tempo
- Verstehen statt Verwerten
- Echte Begegnung statt flüchtigem Vorbeigehen
Ein Tag in Chemnitz. Ein Fehler in meiner Haltung. Und ein wertvolles Learning für den weiteren Weg.
🎶 Mein Song der Woche
Neben meiner Leidenschaft für Apotheken begleitet mich die Musik schon lange. Ich bin überzeugt, dass sie uns die Möglichkeit bietet, in andere Lebensrealitäten einzutauchen und neue Perspektiven zu gewinnen. Deshalb möchte ich Dir am Ende jedes Blogbeitrags einen Song vorstellen, der mich bewegt – sei es durch seinen Text, seine Geschichte oder einfach, weil er mich inspiriert.
Diese Woche: Schön genug von Lina Maly 🎧
Manche Lieder tragen eine besondere Art von Stille in sich. Keine, die leer ist, sondern eine, die spürbar macht, was sonst oft untergeht. „Schön genug“ von Lina Maly ist für mich genau so ein Lied.
Es geht nicht um Lautstärke. Nicht um Antworten. Sondern um das Zulassen von Fragen, die sich viele vielleicht nicht laut stellen. Was bedeutet es, gut genug zu sein – in einer Welt, die oft nach mehr verlangt? Und was passiert, wenn man sich erlaubt, nicht perfekt zu funktionieren, sondern ehrlich hinzusehen?
Nicht nur wir selbst machen uns Druck. Oft kommt er auch von außen: von Rollenbildern, Erwartungen, Gruppenzwängen. Wer nicht mithalten kann oder will, wer anders aussieht, fühlt oder denkt, wird schnell zum Ziel. Gerade das Musikvideo zeigt, wie subtil oder auch brutal dieser Druck wirken kann.
Für mich steckt in diesem Lied keine Schwäche, sondern ein Moment der Stärke: innehalten zu dürfen. Nachdenken zu dürfen. Auch zweifeln zu dürfen, ohne daran zu zerbrechen.
Letztendlich ermöglichen uns Selbstzweifel und Hinterfragen auch persönliches Wachstum. Denn wer hinterfragt, kann neue Erkenntnisse erlangen, persönlich erstarken und sich vielleicht zukünftig auch für die einsetzen, die unter sozialem Druck oder Selbstzweifeln leiden.
Ein Song, der sich nicht aufdrängt. Aber bleibt. Und vielleicht genau deshalb so viel in Bewegung bringt.
📌 Wenn Du magst, kannst Du hier in den Song reinhören:
🎧 Falls Du den Song gehört hast, lass mich wissen, was Du davon hältst. 💬 Kennst Du das Gefühl, das Lina Maly beschreibt? Wie gehst Du damit um?
Teile es gern in den Kommentaren oder schreib mir. 😊
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Euer Torge 💜
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